Fortschritte auf dem Kumite-Weg mit Bernd Busse

Am 3. November veranstaltete der KVSH einen Breitensportlehrgang mit Bernd Busse 4. DAN, langjähriger Kumite-Landesreferent, in der Timmasper Turnhalle am Sportplatz. Ausrichter war die Karateabteilung des Timmasper SV. Trainingsinhalte dieses Lehrgangs: Kumite und Grundlagentraining, angeboten wie gewohnt in zwei Vormittags- und zwei Nachmittags-Einheiten, jeweils 9. – 6. Kyu im Wechsel mit der Gruppe ab 5. Kyu.

Timmaspe liegt nordwestlich von Neumünster etwa 8 km seitab von der A7, zwar ein Ort mit nur knapp 1200 Einwohnern im ländlichen Schleswig-Holstein, aber im Norden unter Karateka so etwas wie ein etablierter Geheimtip für anspruchsvolle Lehrgangsveranstaltungen in einem überschaubaren Rahmen. Nach Michael Gehres Kata-Lehrgang am 20. Oktober, diesmal also Bernd, bei dem, ungeachtet seines frisch-fröhlichen Auftretens, schon in der ersten Einheit schnell klar wurde, dass hier kein Samstags-Karate-Spaziergang zu erwarten war. Obgleich kein „Quälix,“ verstand Bernd es geschickt, uns in ein Randori mit ausschließlich erlaubten Gyaku-Zukis hineinzusteigern, deren Ziele er uns progressiv von einer auf bis zu fünf Trefferflächen an wechselnden Partnern erweiterten ließ. Kern der Übung war es, diesbezüglich die Einschätzung, das Lesen, des Gegners in Beziehung zu dem Einsatz der eigenen Fähigkeiten zu setzen. Das bekam dann eine andere Qualität, als es darum ging, realistisch zu punkten. Mit einem Mal waren alle vorsichtiger, achteten auf Abstände, kalkulierten Risiken. Hier knüpfte Bernd mit der Vermittlung erprobter Gyaku-Zuki-Anwendungsbeispiele aus dem Turnierbetrieb an, die er uns unter seiner Kontrolle und Korrektur in die Tat umsetzen ließ. Vermutlich war ich nicht der einzige, der nach dieser Einheit bereits ziemlich verausgabt war, einmal von dem „Blaskonzert“ an den eigentlich abgehärteten Füßen abgesehen, das dem andauernden „Reifenverschleiß“ der dynamischen Aktionen auf dem weichen Hallenboden geschuldet war. Nach einer 40minütigen Erholungspause ging es auf allgemeinen Wunsch mit der Zusammenfassung der beiden Gruppen in einer gemeinsamen Einheit weiter, in der wir im vorgenannten Sinne am Mawashi-Geri-Angriff und seiner jeweiligen Abwehr mit drei verschiedenen Kontermöglichkeiten arbeiteten. Bernds Analyse der Bewegungsabläufe, z. B. seine überzeugende Demonstration der Eindrehung des Standbeines unter Zuhilfenahme einer Kugel-Halbschale, um den Abstandsgewinn einer Fußlänge zum Gegner zu zeigen, brachte gewiss wieder alle ein Stück weit auf dem Weg ihrer Kumite-Entwicklungt voran, auch wenn das noch nicht unbedingt an der Umsetzung des frisch Gelernten in den abschließenden Zweikämpfen deutlich wurde. Meine persönliche Bereicherung habe ich an diesem Lehrgang vor allem aus den Momenten der Wahrheit im Zweikampf gewonnen.

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